
Nicholas von der Nahmer
Freischaffender Jazzpianist, Hornist, Sänger, Komponist und Klavierlehrer
„Sarré ist für mich Familie, Kindheit, Wachstum und natürlich Musik!“
Im Gespräch
Rückblick
Wann warst du bei Sarré und wie lange?
2007 habe ich zunächst beim Gärtnerplatz Kinderchor angefangen und 2010 die Gründung der Sarré Musikprojekte miterlebt. Damals noch ein Pilotprojekt unter anderem Namen und mit einem sehr kleinen Cast. Über die Jahre ist viel passiert und ich bin schließlich nach meinem Stimmbruch 2015 ausgetreten.
Was hat dich damals am meisten geprägt?
Da ich damals schon ein paar Jahre mit Verena am Gärtnerplatz gearbeitet hatte, hatte ich die Ehre bei der ersten Produktion „Oliver!“ die Hauptrolle singen zu dürfen. Gemeinsam mit Malte Arkona als „Fagin“ hatte ich unglaublich viel Spaß aber auch Input von ganz besonderen Sänger*innen und Schauspieler*innen, die uns gecoacht haben. Darauf folgte die erste Hänsel und Gretel Produktion gemeinsam mit meiner Schwester Lily, eine wunderschöne Zeit, in der Lily und ich mit unseren Freunden auf der Bühne stehen durften. Es war wirklich wie eine große Familie.
2019 habe dann sogar ein „Oliver! - Revival“ organisiert, bei dem ich alle aus dem Original-Cast 2010 zusammengetrommelt habe und wir an einem Tag im Gemeindesaal meiner Dorfkirche in Aubing das komplette Musical wieder einstudierten. Ingo brachte die alten Kostüme und Requisiten von damals, wir lernten die Choreo und sogar Malte Arkona und unser damaliger Dirigent Andreas Kowalewitz kamen dazu. Abends haben wir dann alles für Freunde und Familie aufgeführt. Es war ein ziemlich emotionaler Tag.
Einfluss auf den Lebensweg
Inwiefern hat die Sarré Musikakademie deine Berufswahl beeinflusst?
Ich war schon immer sehr viel am herumalbern, wie viele Kinder um die 10 Jahre alt, aber wenn es drauf ankam, mussten wir funktionieren und an einem Strang ziehen.
Wir waren alle involviert, sei es durch Choreo-Vorschläge, Umbauten, Kostümwechsel, usw. Damals hatten wir noch nicht so viele Abteilungen, also hat jeder und jede mitgeholfen wo es Hilfe benötigte.
So habe ich einen Einblick in viele andere Bereiche bekommen, sei es Bühnenbild, Maske, Tontechnik oder Regie.
Die Berührungspunkte mit Theater haben mich aber auch in Richtung Komposition und Arrangement gelenkt. Daraus sind dann Kompositions-Engagements an Theaterhäusern in Köln und München entstanden. z.B. zwei Produktionen mit Ehemaligen-Kollegen Kilian Bohnensack und Felix Nyncke an der Schauburg München.
Welche Fähigkeiten von damals nutzt du heute noch?
Ich singe immer noch sehr gerne und schreibe seit einigen Jahren auch Songs, gebe an Theatern Gesangsunterricht oder begleite musikalisch an Impro-Theatern.
Heute
Was machst du heute (Studium / Beruf)?
Ich bin freischaffender Jazzpianist, Hornist, Sänger, Komponist und Klavierlehrer in Köln.
Wie sieht dein Alltag aus?
Sehr bunt, man muss flexibel bleiben als freischaffender Künstler. Aber diese große Abwechslung mag ich gerne und ich kann davon leben, wofür ich sehr dankbar bin. Der Spaß an der Musik ist nie weggegangen, ich würde sogar sagen, er wird von Tag zu Tag größer.
Woran arbeitest du gerade?
Ich komponiere und arrangiere in letzter Zeit immer mehr, für mich und für andere. Neben vielen kleinen Projekten arbeite ich mit einer anderen Sängerin zusammen an einem Album welches wir nächsten Herbst veröffentlichen wollen. Dann ist auch eine große Tour geplant und München ist da auf jeden Fall auf der Liste!
Persönliche Perspektive
Was würdest du deinem jüngeren Ich in der Akademie sagen?
Weiter so! Du wirst nichts bereuen!
Was würdest du heutigen Teilnehmern mitgeben?
Die Balance ist wichtig. Geht Risiken ein aber lernt auch auf euer Bauchgefühl zu hören. Man muss nicht immer zu allem Ja sagen!
Aber das Wichtigste ist, habt Spaß und seid für Einander da!
Warum lohnt es sich, dranzubleiben?
Viel Wandel passiert im Verborgenen. Vertraut auf den Prozess und ihr werdet rückblickend merken, wieviel passiert ist. Wir brauchen alle unterschiedlich viel Zeit, also vergleicht euch nicht gegenseitig, so schwer es manchmal sein kann. Ihr werdet euren Weg gehen und wie man ja so schön sagt „Der Weg ist das Ziel.“

